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13 Jun 17

Old School in jeder Hinsicht

In der Gesamtschau ist unübersehbar, dass das Instrument des Legierungszuschlags auch weiterhin zu Spekulation und opportunistischem Verhalten einlädt. Statt der erwünschten Stabilität sorgt die Berechenbarkeit des Einflusses von (erwarteten) Rohstoffpreisänderungen auf den Edelstahlpreis zu einer unerwünschten Volatilität. Nicht umsonst ist daher auch eine merkwürdige Parallelität zur jeweiligen Richtung, wenn auch nicht unbedingt Stärke, der Nickelpreisentwicklung (siehe oben) feststellbar, denn Einbrüche im Auftragseingang spiegeln sich in einem gewissen Umfang natürlich auch in der kurzfristigen Nachfrage bei den anderen Edelstahlrohstoffen wider. Von daher gilt auch weiterhin, die hier vertretene Forderung, dass ein aktives Rohstoffpreismanagement der Edelstahlhersteller für die gesamte Wertschöpfungskette einen höheren Wert hinsichtlich Preisstabilität und Planbarkeit des Geschäfts hätte, als das Vertrauen auf eine antiquierte Formel, die ein ganzes Handelssegment zur Spekulation einlädt. Von Industrie 4.0 und künstlicher Intelligenz ist wenig zu spüren. Und, wenn zwar der Legierungszuschlag für eine (sehr berechenbare) Überwälzung von Rohstoffpreisen sorgt, dann wird man am Ende von einem Einbruch in den Auftragsbüchern getroffen und gewonnen ist nichts.

Die gute Nachricht aktuell ist aber, dass die Konjunkturdaten und die Edelstahlnachfrage und der -verbrauch – trotz einer Abschwächung in China und vermutlich ohne eine Mauer an der mexikanischen Grenze (als Sinnbild des Trumpschen Infrastrukturpakets) überaus erfreulich erscheinen. Daher ist die wahrscheinlichste Entwicklung diejenige, dass es zunächst zu einer Korrektur bei Chrom für das 3. Quartal 2017 kommen wird.

File: Lesen Old School in jeder Hinsicht (PDF)

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